Regionalvermarktung

Mehr als Direktvermarktung 

Regionalvermarktung ist mehr als die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte. Während in der Direktvermarktung vom landwirtschaftlichen Betrieb an die Endverbraucher*innen oft hauptsächlich der eigene Betrieb und die dortigen primären (Rohstoff-) Erzeugnisse im Vordergrund stehen, setzt die Regionalvermarktung den Fokus auf ein Netz an Betrieben und weitet dies auf optionale Weiterverarbeitungsschritte auf den nachgelagerten Bereich aus. Regionale Vermarktung orientiert sich entlang von Wertschöpfungsketten und sorgt so auch für weiterverarbeitende Betriebe für Vorteile.

Klimaschutz durch kurze Wege

Vertriebswege sind zwar identisch bzw. ähnlich: Hofladen, Bauern- / Wochenmärkte, Abo-Kisten oder solidarische Landwirtschaften, der Versandhandel oder Verkaufsautomaten - doch das Angebot ist bei der Regionalvermarktung ungleich vielfältiger. Zudem bringt die Regionalvermarktung regionale Produkte in die Außerhausverpflegung (wie z.B. Gastronomie, Schul- oder Krankenhauskantine), in den Lebensmitteleinzelhandel oder auch über touristische Einrichtungen an Besucher*innen-Hotspots.

Regionalvermarktung impliziert eine geschlossene Wertschöpfungskette von der Urproduktion bis zur Vermarktung und vereint damit Erzeugung, Verarbeitung sowie Vermarktung in einer Region. Regionalvermarktung heißt kurze Wege von der Produktion bis zu Verbraucherin und Verbraucher. Regionalvermarktung bedeutet Klimaschutz durch kurze Wege und ist damit Basis einer zeitgemäßen Klimapolitik.

Das Duale Modell

Zahlreiche Regionalvermarktungsinitiativen im Bundesgebiet arbeiten in enger Allianz aus ideellen und wirtschaftlichen Akteuren. Der Bundesverband der Regionalbewegung erläutert das "Duale Modell" wie folgt:  Regionale Netzwerke von Erzeugern, Verarbeitern, Handwerkern, Händlern und Verbrauchern bilden strategische Allianzen und generieren regionale Wertschöpfung innerhalb regionaler Wirtschaftskreisläufe zum gegenseitigen Nutzen aller Beteiligten. Ideelle und wirtschaftliche Gruppierungen arbeiten in der Allianz eng zusammen mit dem Ziel, die Öffentlichkeit für die Unterstützung einer nachhaltigen Regionalentwicklung zu gewinnen. Die ideellen Gruppierungen sind Ausdruck eines bürgerschaftlichen Engagements im Sinne des Zieles zur Erhaltung der Lebensgrundlagen in der jeweiligen Region. (Begriffsdefinition des Bundesverbandes der Regionalbewegung, 2008)

 Mehr dazu: Regionalisierung in der Ernährungswirtschaft

Regionaler Wirtschaftskreislauf

Als Herzstück regionaler Wirtschaftskreisläufe fördert die Regionalbewegung Regionalvermarktung, unterstützt, begleitet und vernetzt Initiativen zur Regionalvermarktung und fordert Rahmenbedingungen, die Regionalvermarktung ermöglichen und erfolgreich gestalten lassen.

Wertschöpfung für die Region oder Geschlossene Wertschöpfungskette

In der Regel verbleibt so mehr Wertschöpfung in der Region, da nicht nur der einzelne Betrieb profitiert, sondern das ganze Netz entlang der Wertschöpfungskette. Synergieeffekte können dadurch besser genutzt, Transportwege sehr kurz gehalten, Transparenz geschaffen und Vertrauen nicht nur zwischen Kund*innen und Produzent*innen sondern auch zwischen den einzelnen Produktionsstufen gestärkt werden. Dies alles schafft einen Mehrwert für die Region, der um ein Vielfaches höher ist als der reine Verkauf primärer Agrarerzeugnisse.

Mehr zum Thema

Zahlreiche Projekte des BRB zielen mit verschiedenen Maßnahmen und Schwerpunkten bereits ganz praxisorientiert auf eine erfolgreiche Regionalvermarktung ab. Einige davon laufen schon über Jahre erfolgreich und bieten mit Projektabschluss und Folgeprojekten nachhaltige Erkenntnisse, Konzepte und Ideen für die Vermarktung regionaler Erzeugnisse. Aber auch mit neuen Projektansätzen steht der BRB in den Startlöchern, um aktuellen Themen und Herausforderungen nachzukommen und Lösungsansätze zu entwickeln:

QCRegioBio

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Initiativencoaching

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Fitnessprogramm
für Regionalinitiativen

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