Ernährungswirtschaft krisenfest machen: Wissenschaft unterstützt Dialog der Lebensmittelverbände
Regionalbewegung engagiert sich im Strategie-Workshop
30 Juli, 2026

Die Lebensmittelverarbeitung in Deutschland durchläuft einen drastischen Strukturwandel, der die Ernährungswirtschaft insgesamt krisenanfällig werden lässt. Wie dieser Entwicklung mit konkreten Maßnahmen wirksam begegnet werden kann, diskutierten im Juli rund 20 Verbände und Organisationen der Lebensmittelverarbeitung aus ganz Deutschland bei einem Strategie-Workshop in Berlin – mit vor Ort der Bundesverband der Regionalbewegung e.V.. Die Veranstaltung wurde von der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft der Universität Freiburg organisiert und bildete den Startpunkt einer langfristigen evidenzgestützten Zusammenarbeit der Verbände für eine krisenfeste Ernährungswirtschaft.

Ausgangspunkt der Veranstaltung war die kürzlich von der Humboldt-Professur veröffentlichte Studie „Strukturwandel in der Lebensmittelverarbeitung in Deutschland – Ursachen, Folgen und Maßnahmen für Resilienz und Nachhaltigkeit“. Diese zeichnet ein deutliches Bild des tiefgreifenden Strukturwandels in der Lebensmittelverarbeitung: Die Zahl kleiner und handwerklicher Betriebe ist stark rückläufig, unter anderem aufgrund von wirtschaftlichem Druck, Fachkräftemangel und bürokratischen Hürden. Dabei kommt kleinen und handwerklichen Betrieben eine Schlüsselrolle für eine resiliente und regionale Lebensmittelwirtschaft zu, zum Beispiel bei den Themen Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Erhalt von Arbeitsplätzen. Die Studie zeigt zudem, dass kleine und handwerkliche Betriebe bereits vereinzelt innovative Lösungen entwickelt haben, um den Herausforderungen des Strukturwandels zu begegnen, diese in den Branchen jedoch bisher nicht flächendeckend umgesetzt sind. 

Genau an diesem Punkt setzte der Strategie-Workshop an, der von Mitarbeitenden der Humboldt-Professur moderiert wurde. Erstmals kamen Vertreter*innen aus den zentralen Branchen der Lebensmittelverarbeitung zusammen, um vorhandene Unterstützungsangebote für kleine und handwerkliche Betriebe gemeinsam zu analysieren. Die Teilnehmenden tauschten sich dazu aus, welche Lösungsansätze sich bereits bewährt haben, wo Kooperationen sinnvoll wären und bei welchen Herausforderungen politische Unterstützung erforderlich ist. Zudem entwickelten sie Ansätze für verbands- und branchenübergreifende Maßnahmen.

Die Teilnehmenden einigten sich einstimmig darauf, eine Folgeveranstaltung zur Erarbeitung eines gemeinsamen Aktionsplans durchzuführen und den begonnenen Prozess langfristig fortzuführen. Damit markiert der Strategie-Workshop den Auftakt für eine langfristige evidenzgestützte Zusammenarbeit, um den negativen Auswirkungen des Strukturwandels in der Lebensmittelverarbeitung koordiniert zu begegnen.

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