Geschmackstage

„Gemeinsam Geschmack erleben“

Dreizehn Jahre Geschmackstage - 2008 zunächst als Projekt im Rahmen des Nationalen Aktionsplans "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" gestartet und ab 2012 dann in Trägerschaft des Vereins Geschmackstage Deutschland e.V. und maßgeblich finanziert durch die Landwirtschaftliche Rentenbank - das ist eine bemerkenswerte Zeitspanne, in denen die Geschmackstage alljährlich auf großen zentralen Veranstaltungen mit Johann Lafer als Botschafter sowie durch über 1000 Veranstaltungen pro Jahr in ganz Deutschland zeitweise große Resonanz fanden.

Das Motto bleibt, der Verein löst sich auf

Viel hat sich mittlerweile in Sachen Geschmack, Genuss und regionale handwerkliche Lebensmittelverarbeitung getan, seit die Geschmackstage als große lokale Veranstaltung 2008 in Lüneburg an den Start gingen, um sich in den Folgejahren als bundesweite Plattform zu etablieren.

Neben den Veranstaltungen auf regionalen Märkten, Hoffesten, in der Gastronomie und Kantinen waren es insbesondere Aktionen in Kitas, Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen, die zeigten, dass "Genuss und Geschmack" die entscheidenden Faktoren für eine gesunde und nachhaltige Ernährung sind.

Inzwischen wird dieses Themenfeld von vielen Institutionen, Initiativen und Projekten bearbeitet. Einen Teil dieser positiven Entwicklung können auch die Geschmackstage für sich reklamieren. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 28. April 2022 wurde nun die Auflösung des Vereins Geschmackstage Deutschland e.V. beschlossen.

Was bleibt?

Seit dem Jahr 2010 kooperierten die Geschmackstage mit dem Bundesverband der Regionalbewegung e.V., vereint unter dem Fokus "Das ganze Jahr Geschmackstage - Geschmack und Qualität im Zeichen der Regionen". Neben unterschiedlichsten Erfahrungen hinterlassen die Geschmackstage mit den Studien zu regionalen Lebensmitteln aus Sicht der Verbraucher*innen (2016/17), Erzeuger*innen und Verarbeiter*innen (2018) sowie der Gastronomie (2021) wissenschaftlich fundiertes Material, aus dem erfolgsversprechende Vermarktungs- und Kommunikationskonzepte abgeleitet werden können. 


Publikationen im Rahmen der Geschmackstage:

                              Regionale Lebensmittel in der Gastronomie - Kundenanreiz oder vergebliche Liebesmüh? Meinungsbild und Erwartungshaltung von Gästen an die Gastronomie. Leitfaden und Handlungsempfehlungen für Gastronomen zu Einsatz, Vermarktung und Kommunikation regionaler Lebensmittel (Oktober 2021)

                              Die Studie zeigt, dass Regionalität in der Gastronomie ein Alleinstellungsmerkmal sein kann. Regionale Produkte überzeugen die Mehrheit der Gäste, sofern auch alle weiteren relevanten Kriterien für die Restaurantsuche erfüllt sind. Restaurantgäste sind also sensibilisiert für Regionalität und suchen auch gezielt danach. Um dem Gast die Suche zu erleichtern, sollten Gastronomen ihre regionale Ausrichtung aktiv bewerben und kommunizieren. Auch die Art der Argumentation sollte gut überlegt sein, da der Wunsch nach Regionalität durch bestimmte Grundmotive besonders gut angesprochen werden kann. Offensichtlich ist für die heimische Küche Regionalität leichter zu kommunizieren als in der internationalen Küche. Dennoch gibt es auch dort Potenziale für mehr Regionalität. Unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit und Beschaffungsmöglichkeiten, gibt die Studie Empfehlungen, wie die Produktpalette regionaler Produkte im Gastronomiebetrieb Schritt für Schritt erweitert werden kann.

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                              "Wie macht man Regionalität schmackhaft?" Einstellungen, Erwartungen und Strategien von Erzeugern und Verarbeitern regionaler Lebensmittel (Januar 2018)

                              Erzeuger*innen und Verarbeiter*innen von regionalen Lebensmitteln sehen in der regionalen Herkunft ihrer Produkte generell einen wichtigen Erfolgsfaktor, der sich in der Vermarktung auch gezielt adressieren lässt. Die Eigenschaften der Lebensmittel, die als regionale Lebensmittel positioniert werden, unterscheiden sich dabei hinsichtlich der Herkunft, der Rohwaren und deren Verarbeitung sowie bezüglich der Größe des Absatzraums zum Teil signifikant. Die Einschätzung, welche Anforderungen aus Verbrauchersicht zu erfüllen sind, um als regionales Lebensmittel klassifiziert zu werden, wird von vielen Erzeuger*innen und Verarbeiter*innen in einigen Merkmalen, z.B. bei der Frage nach dem Absatzgebiet regionaler Lebensmittel, umfassender wahrgenommen, als es die Verbraucher*innen faktisch ihrerseits tun. Eine staatliche Regulierung, welche Produkte als regionale Lebensmittel bezeichnet werden dürfen, würde offensichtlich von vielen Anbietenden prinzipiell positiv begrüßt werden. Allerdings besteht hinsichtlich der Kriterien, anhand derer ein regionales Lebensmittel klassifiziert werden könnte, nur bedingt Konsens darüber, wie eine solche Regelung inhaltlich aussehen könnte.

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                              "Schmeckt die Region?" Verbrauchererwartungen an regionale Lebensmittel (Januar 2017)

                              Die im Januar 2016 herausgegebene Studie "Wie schmeckt die Region" zeigt, dass unterschiedliche Zielgruppen (jung/alt - städtisch/ländlich) regionale Lebensmittel unterschiedlich definieren, unterschiedliche Anforderungen an sie stellen und sich auf unterschiedliche Weise darüber informieren. Die im Januar 2017 veröffentlichte Neufassung betrachtet darüber hinaus speziell die Verbaucher*innen, die eine überdurchschnittlich positive Einstellung zu regionalen Lebensmitteln haben und bereit sind, auch mehr dafür zu bezahlen (ca. 37 % der Verbraucher*innen). Diese Verbraucher*innen sind jedoch nicht nur an regionalen Lebensmitteln interessiert, sondern haben generell hohe Anforderungen an die Qualität von Lebensmitteln. Die Studie zeigt, dass das Argument "regional" allein keineswegs ausreicht, um potentielle Kund*innen vom Kauf regionaler Lebensmittel zu überzeugen, sondern dass andere Qualitätsargumente, wie z.B. Frische, Geschmack oder Umweltnutzen, deutlich höher bewertet werden. Ein Fazit der Studie lautet daher: Wer regionale Lebensmittel erfolgreich vermarkten will, darf keine Abstriche auch bei anderen Qualitätsmerkmalen machen. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass "Regionalität" als Qualitätsargument entwertet wird.

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                              Film "Dem Brotgeschmack auf der Spur"
                              Mit dem Film "Dem Brotgeschmack auf der Spur" wurde 2021 das "Geschmacksbildungsprojekt" abgeschlossen, in dem gezeigt wurde, dass Geschmack auch immer etwas mit dem gesamten Herstellungsprozess und vor allem dem Wissen und Können der an der Entstehung eines Lebensmittels beteiligten Lebensmittelhandwerk zu tun hat.

                              Entdecken:



                              Brot ist ein Gemeinschaftswerk: Von der Backstube über die Mühle und bis zum Acker. Auf diesem Weg werden im Film ein Bäcker, ein Müller und ein Landwirt begleitet. Es erzählen Bäckermeister Jürgen Fink, Müllermeister Jörg Schönherr und Agrarbetriebswirt Frank Amend wie sie in ihrer Region (Steinau an der Straße im Dreieck Vogelsberg - Spessart - Rhön) kollegial zusammenarbeiten, um den Kund*innen am Ende das bestmögliche Ergebnis präsentieren zu können: Handwerklich gefertigtes Brot, in dem die speziellen regionalen klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnisse sowie fachliches Können als "Lebensmittelhandwerker" ihren geschmacklichen Ausdruck finden.

                              Produktion: Merz-Fotografie, seit 1869 // Im Auftrag Geschmackstage Deutschland e.V. // Gedreht im November/Dezember 2021 // Dieser Film konnte dank der Förderung durch die Landwirtschaftliche Rentenbank im Rahmen der "Geschmackstage" realisiert werden. © Geschmackstage Deutschland e.V. 2022

                              Entdecken: Infobroschüre "Dem Brotgeschmack auf der Spur"
                              Praktischer Leitfaden für Bäcker und Müller

                              Das Geschmacksbildungsprojekt der Geschmackstage stellt "Geschmack" in den Kontext der Lebensmittelkette und ihrer Akteure. Es geht vor allem darum, zu vermitteln, dass Geschmack etwas mit dem gesamten Herstellungsprozess und vor allem dem Wissen und Können der an der Entstehung eines Lebensmittels beteiligten "Lebensmittelhandwerker" zu tun hat. Konkrete Leitfäden zeigen, wie ohne großen Aufwand fachlich konsistente Aktionen zur Geschmacksbildung "am Ort des Geschehens", also z.B. in landwirtschaftlichen Betrieben oder in Verarbeitungsbetrieben, für unterschiedliche Zielgruppen durchgeführt werden können. 


                              Kontakt:

                              Bundesverband der Regionalbewegung e.V.
                              Ilonka Sindel
                              Tel: 09852 - 1381
                              sindel@regionalbewegung.de

                              Förderung: