Sicherung von regionalen Nahversorgungsstrukturen als ressortübergreifende Aufgabe
Gleichzeitig geraten diese Strukturen zunehmend unter Druck. Der anhaltende Verlust landwirtschaftlicher Betriebe, die Schließung von Betrieben des Lebensmittelhandwerks wie Bäckereien und Metzgereien, Veränderungen im Einzelhandel sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen gefährden vielerorts die regionale Nahversorgung. Zugleich erhöhen internationale Krisen, geopolitische Unsicherheiten und zunehmende Abhängigkeiten die Bedeutung resilienter regionaler Versorgungssysteme und leistungsfähiger regionaler Wirtschaftskreisläufe.
Vor diesem Hintergrund führt der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. seine Veranstaltungsreihe „Politische REGIOtalks“ mit einem Parlamentarischen Abend in Berlin fort. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen, Land- und Ernährungswirtschaft, Lebensmittelhandwerk und Zivilgesellschaft möchten wir diskutieren, wie regionale Nahversorgung und regionale Wertschöpfung als politische Gestaltungsaufgabe gestärkt werden können. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind, damit regionale Strukturen ihr
Starke Nahversorgungsregionen mit einer Vielzahl an Betrieben der bäuerlichen Landwirtschaft, des Lebensmittelhandwerks, der Gastronomie, jungen StartUp-Unternehmen oder innovativen Vermarktungsmodellen brauchen bessere Rahmenbedingungen.
Daher stehen u.a. folgende Fragen im Fokus des Abends:
- Wie können regionale Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Versorgungsstrukturen langfristig gesichert und gestärkt werden?
- Welchen Beitrag leisten regionale Wertschöpfungsketten für Versorgungssicherheit, Resilienz und die Entwicklung von Stadt und Land?
- Wie müssen politische Rahmenbedingungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene weiterentwickelt werden, um regionale Nahversorgung wirksam zu fördern?
Der Parlamentarische Abend verbindet politischen Dialog, fachlichen Austausch und persönliche Begegnung. Er bietet Raum für Diskussionen über die Zukunft regionaler Nahversorgung und lädt dazu ein, gemeinsam Perspektiven für starke Regionen, lebendige Heimat und widerstandsfähige regionale Wirtschaftskreisläufe zu entwickeln.
Zum Abschluss laden wir Sie ein bei mit regionalen Köstlichkeiten, vielfältigen Perspektiven und einem klaren Ziel: Unsere Regionen zukunftsfest, lebendig und demokratisch zu gestalten.
Programm
Ab 18.00 Uhr
Empfang mit kulinarischem Gruß aus der Region
18.30 Uhr
Sicherung regionaler Nahversorgungsstrukturen
Nicole Nefzger, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Regionalbewegung e.V.
Heiner Sindel, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes der Regionalbewegung e.V.
Grußworte
Hermann Färber, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Dr. Franziska Kersten, MdB, Agrarsprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Vorsitzende des Parlamentskreises „Ländlicher Raum“
Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Johann Saathoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Dietmar Horn, MinDir Abteilungsleiter im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (angefragt)
Oliver Conz, MinDir Abteilungsleiter im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Nukleare Sicherheit
Videobotschaft
Michaela Kaniber, bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Anschließend
Regionale Köstlichkeiten am Buffet und Zeit für Austausch, zum Netzwerken und zum Allianzen schmieden für die Stärkung ländlicher Räume.
Mutige Entscheidungen für mehr Regionalisierung in der Land- und Ernährungswirtschaft
Die jetzige Entwicklung?
Alarmierend!
Wertvolle regionale Verarbeitungs-, Vermarktungs- und Nahversorgungsstrukturen gehen bundesweit verloren. Mit ihnen verschwinden wichtige Bestandteile regionaler Wertschöpfungsketten und der Daseinsvorsorge.
Die Ursachen sind vielfältig. Fakt ist jedoch, dass der Markt sich eben nicht mehr selbst regelt.
Höchste Zeit für verlässliche politische Rahmenbedingungen und mutige politische Entscheidungen!
Die möglichen Wege?
Vielschichtig!
Eine Kombination an Maßnahmen und (Förder-)Programmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind erforderlich, u.a.:
- Bürokratische Hürden für kleinste, kleine und mittlere Betriebe abbauen
- Regionale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen stärken
- Ressortübergreifende Zusammenarbeit verbessern
- Regionale Wertschöpfung stärker in Förderprogrammen verankern und zugänglich machen
Die Bedeutung?
Zukunftssichernd!
Intakte regionale Strukturen stärken Versorgungssicherheit, Resilienz und Lebensqualität. Sie sichern Wertschöpfung vor Ort und tragen zur Zukunftsfähigkeit von Regionen bei.
Regionale Wertschöpfungsketten fördern wirtschaftliche Stabilität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und lebendige Stadt-Land-Beziehungen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen sowie zu einer krisenfesten Daseinsvorsorge.
Kurz gesagt: Wo regionale Wertschöpfung gelingt, bleiben Regionen lebendig und Heimat erlebbar.
