Klein- und mittelständische Betriebe im Ernährungshandwerk stehen vor enormen Herausforderungen. Laut der jüngst veröffentlichten Studie der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft ist die Zahl der Unternehmen in der Lebensmittelverarbeitung seit dem Jahr 2002 um 44 Prozent gesunken. Großunternehmen erwirtschaften heute mehr als 80 Prozent des Gesamtumsatzes der Lebensmittelverarbeitung.
Die Studie zeigt ein klares Bild: Während Industrieunternehmen ihre Marktanteile ausbauen, verschwinden kleinere Betriebe dauerhaft vom Markt. Mit ihnen gehen Arbeits- und Ausbildungsplätze, regionale Wertschöpfung und Know-how verloren. Die Folgen sind weitreichend – insbesondere für unsere Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln.
Die Maßnahmen mit denen Politik und Verbände dem Strukturwandel in der Ernährungswirtschaft entgegentreten sind derzeit nur begrenzt wirksam. Es bedarf eines deutlichen Kurswechsels, um die Resilienz und Nachhaltigkeit des Ernährungssystems in Deutschland zu sichern.
Seit seiner Gründung setzt sich der Bundesverband der Regionalbewegung für den Erhalt und den Wiederaufbau regionaler Wirtschaftskreisläufe ein. Die vorliegenden Studienergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit dieses Anliegens. Entscheidend wird nun sein, die aufgezeigten Handlungsempfehlungen in die öffentliche Debatte einzubringen und daraus konkrete politische Maßnahmen abzuleiten.
Denn klar ist: Ein zukunftsfähiges Ernährungssystem braucht Vielfalt, regionale Strukturen – und eine Politik, die diese aktiv unterstützt.