„Heimat schmeckt!“: Regionale Strukturen sichern die Nahversorgung von morgen
Breite politische Beteiligung beim Parlamentarischen Abend des Bundesverbands der Regionalbewegung e.V. in Berlin
21 Oktober, 2026

Welchen Beitrag können regionale Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen für die Zukunftsfähigkeit der Regionen leisten? Und welche politischen Rahmenbedingungen brauchen sie, um Versorgungssicherheit und Daseinsvorsorge auch künftig zu gewährleisten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Parlamentarischen Abends „REGIOtalk: Heimat schmeckt! Hat regionale Nahversorgung eine Zukunft?“ des Bundesverbands der Regionalbewegung e.V. in der Bayerischen Vertretung in Berlin. 

Hochrangige Vertreter:innen aus mehreren Bundesministerien und dem Deutschen Bundestag diskutierten mit Akteuren aus Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, Handel und Regionalentwicklung über die Zukunft regionaler Wirtschafts- und Versorgungssysteme. Mit Hermann Färber (MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat), David Mandrella (MdB, Mitglied des Gesprächskreises Ländlicher Raum), den Parlamentarischen Staatssekretär:innen Martina Englhardt-Kopf (BMLEH), Johannes Steiniger (BMWE) und Johann Saathoff (BMZ) sowie Ministerialdirektor Oliver Conz (BMUKN) war der Abend hochrangig und ressortübergreifend besetzt. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber wandte sich per Videobotschaft an die Gäste. Die breite politische Beteiligung machte deutlich: Regionale Nahversorgung ist eine ressortübergreifende Zukunftsaufgabe. 

Nahversorgung braucht regionale Strukturen 
Der Handlungsdruck wächst: Betriebsaufgaben entlang der Wertschöpfungskette, Fachkräftemangel und fortschreitende Marktkonzentration gefährden zunehmend regionale Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen. Mit den Betrieben verschwinden nicht nur wirtschaftliche Strukturen. Wenn Dorfläden, Lebensmittelhandwerk oder regionale Verarbeiter schließen, gehen Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätze und Begegnungsorte verloren. 

Funktionierende regionale Wirtschaftskreisläufe sind zugleich eine wichtige Grundlage für Versorgungssicherheit, resiliente Regionen und gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Im politischen Austausch stand deshalb die Frage im Mittelpunkt, wie Rahmenbedingungen gestaltet werden müssen, damit kleinere regionale Akteure auch künftig wirtschaftlich bestehen können. 

„Think Small First“: Kleine Strukturen von Anfang an mitdenken 
Eine zentrale Forderung der Regionalbewegung lautet „Think Small First“: Politische Entscheidungen, Förderprogramme und gesetzliche Vorgaben müssen von Beginn an auch aus der Perspektive kleinster, kleiner und mittlerer Betriebe gedacht werden. Lebensmittelhandwerk, regionale Verarbeitung, Direktvermarktung und kleinere Handelsstrukturen sind unverzichtbare Säulen einer funktionierenden Nahversorgung, verfügen aber nicht über die Ressourcen großer Marktakteure. 

Im politischen Austausch wurden daher insbesondere der Abbau bürokratischer Hürden, praxistaugliche Förderbedingungen und verhältnismäßige gesetzliche Anforderungen thematisiert. Unterstützung müsse dort ankommen, wo regionale Wertschöpfung tatsächlich entsteht: bei Betrieben, Kommunen und Regionalinitiativen vor Ort. 

„Die Zukunft unserer Nahversorgung entscheidet sich daran, ob es uns gelingt, regionale Strukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erhalten. Dafür müssen politische Rahmenbedingungen die Realität kleiner und mittelständischer Betriebe von Anfang an mitdenken. Regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit sind eine gemeinsame, ressortübergreifende politische Aufgabe“, betont Heiner Sindel, 1. Vorsitzender des Bundesverbands der Regionalbewegung e.V. 

Der Bundesverband der Regionalbewegung wird den politischen Dialog weiter aktiv begleiten und sich für Rahmenbedingungen einsetzen, die regionale Akteure stärken und damit zur Sicherung der Nahversorgung von morgen beitragen. 

Die Veranstaltungsreihe Politische REGIOtalks des BRB  
Die Veranstaltungsreihe „Politische REGIOtalks“ umfasst diverse Formate wie Parlamentarische Abende, Fachgespräche und Besuche von politischen Mandats- und Entscheidungsträger:innen. Ziel ist es, den Dialog zwischen Politik, Land- und Ernährungswirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Kommunen und Gesellschaft zu fördern. Diskutiert wird dabei, wie Politik die notwendigen Rahmenbedingungen zur Sicherung und zum Ausbau resilienter regionaler Wertschöpfungsketten sowie zur Stärkung ländlicher Räume schaffen kann. Regionale Lebensmittel und die damit verbundenen regionalen Wirtschaftsstrukturen können als „Sicherheitsarchitektur“ in einer globalisierten Welt dienen. 

Weitere Informationen: Politische REGIOtalks 

Die Veranstaltungsreihe „Politische REGIOtalks“ wird seit 2024 gefördert durch die Landwirtschaftliche Rentenbank.


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