Partnertreffen in Scheemda (NL)

Von 25. bis 27. September findet das 2. Partner-Treffen im Rahmen dieses Erasmus+- Projektes in Scheemda in den Niederlanden statt. Das Programm enthält Beiträge, die regionale nachhaltige Fischerei, nachhaltige Qualitätserzeugnisse, nachhaltigen Tourismus im Welterbe Wattenmeer und Gemüseanbau auf salzhaltigem Boden zum Thema haben.

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Projekte

Waddengoud’ und ‘Goede Vissers’

Waddengoud ist ein Qualitätserzeugnis für regionale, nachhaltige Produkte und Dienste aus dem Welterbe Wattenmeer-Gebiet. In Übersetzung heißt es ’Wattengold’. ‘Goede Vissers’ (gute Fischer) sind Fischer, die auf nachhaltige Weise im Wattenmeer fischen, was die Sorten, die Methoden und die Gebiete usw. anbelangt.

Goede Vissers ist ein kleiner Familienbetrieb, der mit anderen kleinen Untenehmen an der Noredsee – auch in Deutschland – vernetzt ist. Er arbeitet unter anderem mit Slow Food zusammen. Er betreibt eine nachhaltige Fischerei, vor allem durch die Art des Fischfangs (Stellnetze). Sein Ziel sind nachhaltige, regionale Produkte von guter Qualität auf den regionalen Markt zu bringen. In den letzten Jahren hat er sich stark auf Muscheln und Algen konzentriert, da der Fisch an der Küste zurückgegangen ist (vor allem Meeräsche). Er verkauft wilde Austern und Herzmuscheln, die er in geringster Limitierung mit Hand sammeln darf. Ein Schwerpunkt seiner Vermarktungsstrategie vor allem beim Fisch, zielt auf den regionalen Markt, den es so eigentlich nicht gibt. Denn der Fisch, der an der niederländischen Küste gefangen wird, geht in den Export, während der Großteil des angebotenen Fisches in den regionalen Läden (Supermärkten) importiert ist. Eine sich entwickelnde Absatzmöglichkeit für den regional, nachhaltig gefangenen Fisch des Fischereibetriebes ist der Direktverkauf auf regionalen Märkten.

Obgleich der Familienbetrieb durch seine nachhaltige Fischerei zur regionalen Wertschöpfung sowie zur Reaktivierung regionaler Kreisläufe beiträgt, gerät er sowohl durch die große Fischindustrie als auch durch den Naturschutz unter Druck. Letzterer orientiert seine Forderungen und Auflagen an den Problemen, die durch generelle Überfischung und Überlastung des Watts entstanden sind, betrachtet aber nicht differenziert genug die Situation kleiner Fischer. Die Regeln zum Schutz der Natur, die an der intensiven Fischerei ausgerichtet sind, treffen aber auch kleine Fischer, deren Handeln nicht im Widerspruch zu einer nachhaltigen Meeresnutzung steht. Die Auflagen sind deshalb oft zu strikt und lassen keinen sinnvollen Spielraum für die kleinen Fischer.

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Ein Reiches Wattenmeer

Das Programm arbeitet an der Wiederherstellung des Ökosystems im Wattenmeer und einer nachhaltigen Nutzung.

Es ist ein großes Leaderprojekt, das auf die veränderte Situation durch die Einbuße der Muschelfischerei reagiert und Perspektiven für die Region in Bezug auf nachhaltigen Tourismus schaffen will. Die Muschelfischerei ist aufgrund des Küstenschutzes nicht mehr im großen Stil wegen Natura 2000 möglich. Deshalb wird nun in einem Projekt mit bis zu 40 Partnern versucht, eine Ausrichtung auf nachhaltigen, umweltschonenden Tourismus vorzunehmen. Projekte, wie die Nacht ohne Licht, sollen nicht nur als besondere Events verstanden werden, sondern auch für die enorme Lichtbeschallung der Natur durch den Menschen sensibilisieren und gleichzeitig Naturschutzsituationen schaffen.
Aufgrund der vielen unterschiedlichen Interessen der involvierten Gruppen und der vielen einzelnen Projekte innerhalb des Gesamtprojektes kann es auch als Konfliktlösungsmodell beispielgebend sein, da zwischen all diesen Gruppen vermittelt werden muss, um das Projekt zum Erfolg zu führen.

Vortrag (Download)

Gemüse auf salzhaltigem Boden

Im Rahmen des Klimawandels wird der Deich zwischen Delfzijl und die Emshaven verdoppelt. Zwischen den beiden Deichen können Bauern experimentieren mit Gemüse auf salzhaltigem Boden.

Dieses Projekt zielt auf einen Synergieeffekt von Deichstabilisierung und neuer landwirtschaftlicher Nutzung. Es ist ein Pilotprojekt, das zwischen zwei Deichen eine spezielle landwirtschaftliche Nutzung erreichen möchte. Es zielt auf Deichverstärkung bei gleichzeitiger Gestaltung für salzigen Ackerbau und Aquakultur. Dafür wird ein Deichabschnitt benutzt, der erneuert bzw. verstärkt werden müsste. Der Deich wird nun geringfügig verändert, um die Wellenstärke zu brechen, sie aber nicht komplett abzuwehren. In einem größeren Abstand wird nun ein zweiter Deich errichtet. Für den Deich wird der angespülte Schlamm verwendet. Der entstehende Zwischenraum wird mit Schleusen reguliert. Diese Art der Deichstabilisierung ist kostengünstiger als die traditionelle mit einem höherem Aufbau. Im Deichzwischenraum wird das Wasser in einem erstem Areal gefiltert, in den weiteren kann dann Landwirtschaft und Aquakultur betrieben werden. Über die Schleusen wird der Wasserhaushalt reguliert. Durch das Deicharreal verläuft eine Abwasserleitung (gereinigt), deren Wärme für die Landwirtschaft in dieser Fläche genutzt werden soll, bevor es ins Meer geleitet wird. Angebaut bzw. gezüchtet werden soll Seegras, Tomaten (eine spezielle Art, die auf Salzgrund wächst), Krabben, Herzmuscheln (deren Fang ja im Watt extrem begrenzt wurde). Es ist also eine Neu- oder Umnutzung von Land. In diesem speziellem Fall sollen nun diese Kulturen anstatt wie bisher Kartoffeln wachsen.

Das doppelte Deichprojekt 

1. ist ökonomisch interessant, da günstiger als nur den 1. Deich aufzustocken.

2. erschließt neue landwirtschaftliche Fläche

3. nutzt den eingefangenen Schlamm zum Deichbau

4. nutzt die Wärme von Abwasser für die Landw. bevor es ins Meer gleitet wird.

5. experimentiert mit einem neuen Modell der Deichwirtschaft, das für die gesamte Deichregion der Niederlanden und auch anderer Deichländer interessant sein könnte inklusive der Experimente zu Ackerbau auf Salzboden.

 

Vortrag (Download)

Exkursion

Morgens reisten die Projektteilnehmer ab nach Lauwersoog, um traditionelle nachhaltige Fischerei praktisch zu erleben: Unter Anleitung von Goede Vissers holten sie die Netze der ‘Guten Fisher’ aus dem Wasser, sammelten essbare Algen und verarbeiteten beides.

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