Osterwieck

Die neue Einheitsgemeinde „Stadt Osterwieck“ vereint 20 Ortschaften und ist damit größer als die Landeshauptstadt Magdeburg. Wie auch an anderen Orten ist hier der demografische Wandel deutlich spürbar. Die Einwohnerzahlen sinken drastisch und die Menschen werden älter. Hinzu kommt, dass die jüngeren Generationen vermehrt weggehen und damit Fachkräfte vor Ort fehlen. Ein Projekt „Fachkräfte aus der Region – für die Region“ will die Lücke zwischen fehlendem qualifizierten Personal und den an einer Ausbildung in der Region interessierten Jugendlichen schließen.

Im Harzvorland lebten früher die Menschen von den ertragreichen Böden, die auch heute noch für die Landwirtschaft gute Voraussetzungen bieten. Auch verlief die ehemalige Grenze „Das Grüne Band“, die Ost und West trennte, durch den Harz. Heute wird die Grenze durch naturnahen Tourismus den Menschen wieder zugänglich gemacht, denn über die Jahrzehnte ist „das Grüne Band“ ein einzigartiger Lebensraum geworden. 

 

Schwerpunktthema: Nahversorung im ländlichen Raum

Bevölkerungswandel und öffentliche Finanznot, Strukturwandel im Einzelhandel und die Zunahme der Mobilität der Bevölkerung haben insbesondere im ländlichen Raum dazu geführt, dass Versorgungslücken in der „Nahversorgung“ entstanden sind.

Unter Nahversorgung versteht man, sich mit Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs im Wohnumfeld fußläufig versorgen zu können. Diese Möglichkeit ist eine wichtige „Bleibeperspektive“.

Mit dem Wegfall wohnortnaher Grundversorgung gehen gleichzeitig wichtige Kommunikationsorte verloren; die Teilhabe der Bürger an gesellschaftlichen Standards und Errungenschaften wird eingeschränkt; zugleich treten mit zunehmenden Versorgungsdefiziten neue soziale und territoriale Ungleichheiten auf. 

 

Die Projekte

Schäfers Hof in Osterwieck

Schäfers Hof 

Das attraktive Fachwerkensemble „Schäfers Hof“ weist mit seinem zehneckigen Taubenturm eine historische Besonderheit auf. Der Verein „Kultur im Schäfers Hof e.V.“ hat sich dem Erhalt und dem Ausbau der spätmittelalterlichen Hofanlagen auf die Fahnen geschrieben. Um das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Osterwieck zu bereichern, organisiert der Verein zahlreiche Veranstaltungen.

 

Projekt „Vision20plus – Gemeinsam mehr bewegen“

Wie wollen wir leben? Wie müssen wir wirtschaften? Wie können wir unsere Umwelt bewahren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahres 2012 – Zukunftsprojekt Erde. Städte und Landkreise konnten sich für eine Förderung bewerben, um gemeinsam mit ihren Bürgern ein kommunales Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln und umzusetzen. Der Harz wurde ausgewählt. 

Unterstützt von zahlreichen Partnern, haben die Bürger der Gemeinde Osterwieck gemeinsam Projekte entwickelt, um in der Stadt und auf dem Land auch in Zukunft ein lebenswertes Miteinander für alle Altersgruppen und auch für die nachfolgenden Generationen zu ermöglichen. 

·         Energieberatungszentrum (Projektbeispiel Energie)
·         Bücherladen (Projektbeispiel Bildung) 

Hof Demmel

Der denkmalgeschützte und als "Pollandhof" bezeichnete Vierseitenhof stammt aus der Zeit um 1800. In der Anlage sollen zwei bis drei Gewerbebetriebe angesiedelt werden, die sich u.a. der Herstellung ökologischer Produkte sowie dem Handwerk widmen. Das Herrenhaus wird für Verköstigungen, Seminare und touristische Besucher genutzt. 

Durch die Umnutzung wird der geschützte Vierseitenhof erhalten, neue Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region werden geschaffen, bzw. bereits bestehende Arbeitsplätze gesichert. Zu diesem Zweck gibt es kooperative Vereinbarungen mit ökologischen, landwirtschaftlichen und Gartenbaubetrieben. Sie bewirtschaften die für die Region prägenden Streuobstwiesen und betreiben auf diesem Wege (Kultur-)Landschaftspflege. 

 

Altmark – Region im Norden von Sachsen-Anhalt 

Die Altmark umfasst den Norden Sachsen-Anhalts als Teil des Norddeutschen Tieflandes und besteht als eine der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands aus landwirtschaftlich geprägtem, aber auch naturnahem Tiefland mit Wäldern und Heide. Die aktuelle Landnutzung ist abwechslungsreich und besteht zu jeweils etwa einem Drittel aus Forsten, Wiesen und Ackerflächen. 

Die Altmark war von 2002 bis 2007 eine von 18 Regionen des Bundesmodell- und Demonstrationsvorhabens „Regionen Aktiv – Land gestaltet Zukunft“. 

Die Altmark ist vor allem durch die Landwirtschaft geprägt. Aufgrund des hohen Anteils an Grünland spielt insbesondere die Rinderzucht eine große Rolle. Zunehmend an Bedeutung gewinnt die Nutzung und Veredelung von Biomasse, beispielsweise zu Biogas. Zahlreiche Biogasanlagen sind in den letzten Jahren in der Region Jahren gebaut worden. Seit 2009 ist die Altmark eine von bundesweit 25 Bioenergie-Regionen.

 

Dorfladen Langenstein

Schäferhof Langenstein - Merino e.V./ Höhlenwohnungen

1855 erwarb der Oberamtmann Wilhelm Rimpau den Hof Langenstein. Er betrieb im großen Stil Pflanzenzucht. Seine "Triticale rimpauii", eine neue Kreuzung von Roggen und Weizen, war die erste künstliche Kulturpflanze der Welt. 1861 begann man mit dem Aufbau der Herdbuchzucht der Merinofleischschafe, die die älteste in Deutschland ist. 

Mit der Bodenreform 1945 wurde der Besitz enteignet und zu einem staatlichen Saatzuchtbetrieb umgewandelt. Die Forschungsarbeiten konnten damit weitergeführt werden. Auch die Merinofleischschaf-Herdbuchzucht lief weiter und wird seit 1993  von dem Verein „Merino Herdbuchzucht Heimburg 1861 - Landschaftspflege Harz e. V.“ weitergeführt. Dessen wichtigste Aufgabe die Landschaftspflege mittels extensiver Tierhaltung ist. Damit trägt der Verein zum Erhalt der historisch gewachsenen Kulturlandschaft des Harzes und des Harzvorlandes bei.

Der Schäferhof Langenstein, die älteste Hofanlage in Langenstein, ist ein denkmal-geschützter Vierseitenhof aus dem Jahr 1823 und beherbergt heute ein Landhotel mit Restaurant, ein Café, einen Kreativladen, einen Hofladen zur Nahversorgung und den ehemaligen, zur Festscheune umgebauten, Schafstall.

VierZeithof in Bebertal 

Der Hof bietet mit seiner historischen Ansicht ein schönes Ambiente für eine Pause. 2012 wurden ein Teil der Ställe zu dem neu entstandenen Hofcafé „EisZeit“ umgebaut. 

 

Künstlerstadt Kalbe

Künstlerstadt Kalbe 

In der Stadt Kalbe kreuzten sich früher sehr bedeutsame Handelswege. Mit ihrer mittelalterlichen Struktur im Herzen der Altmark gelegen ist sie eine entdeckungswürdige Stadt, die besonders durch die Zahl ihrer Brücken in Erinnerung bleibt. Ziel ist es, die Einheitsgemeinde Kalbe mit Kunst- und Kulturprogrammen zu revitalisieren, leer stehende Gebäude für Kunst und Kulturangebote zugänglich zu machen und so auch die Lebensqualität für die Bewohner nachhaltig aufzuwerten. Die Außenwirkung der Stadt soll durch Kunst und kulturelle Angebote noch attraktiver werden und den Tourismus nach Kalbe ziehen. Mit diesen Zielen wurde die Kulturinitiative Künstlerstadt Kalbe gegründet, die eng mit der Tourismusbeauftragten der Stadt, mit städtischen Einrichtungen sowie allen an Kunst und Kultur Interessierten zusammenarbeitet. Die Initiative vernetzt und koordiniert bisher bestehende Gruppierungen in der Altmark. 

 

Ökodorf Sieben Linden

Ökodorf Sieben Linden - Ökologisch, sozial und global gerecht  

Wie lebt man ökologisch? Und wie lebt man ökologisch in einer Gemeinschaft? Diese Fragen sind nicht neu, aber angesichts zunehmender menschengemachter Klimaveränderungen und ihrer Folgen höchst aktuell. 

Im Ökodorf „Sieben Linden“ nahe Poppau versuchen ökologisch engagierte, handwerklich interessierte und politisch aktive Menschen diese Fragen zu beantworten. Heute leben im Ökodorf Sieben Linden 100 Erwachsene und 40 Kinder. 

Sieben Linden ist aber keine Insel ökologisch alternativer Aussteiger, die sich selbst genügen. Die Bewohner möchten beispielgebend für eine nachhaltige Lebensweise ihre Erfahrungen und ihr Wissen anderen Interessierten zur Verfügung stellen sowie dazu ermuntern, das eigene Leben in Bezug auf seine Nachhaltigkeit zu überprüfen. 

Deshalb bieten sie ein- oder mehrtägige Kurse an, halten Sommercamps ab, veranstalten Bauwochen und Urlaube mit Kinderbetreuung und vieles mehr (Programm unter www.siebenlinden.de). 

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