Weichen gestellt - Schulterschluss geglückt: Regionalvermarktungsinitiativen wollen ihr eigenes Regionalsiegel

Die Branche rückt zusammen und beschließt einen gemeinsamen Weg auf dem 1. bundesweiten Treffen der Regionalvermarktungsinitiativen.

Um die Weichen für die Zukunft glaubwürdiger Regionalvermarktung in Deutschland zu stellen, lud der Bundesverband der Regionalbewegung am 29. Juni zum 1. bundesweiten Treffen der Regionalvermarktungsinitiativen nach Fulda ein. Mit dem Ziel, das positive Image von Regionalprodukten zu wahren und sich gegen Anbieter von Waren mit vorgetäuschter Herkunft aus der Region zu schützen, sprachen sich die Teilnehmer der Tagung mit großer Zustimmung für die Einführung eines Regionalsiegels aus.

Rege besucht war das Tagungszentrum im Altstadthotel Arte, wo zahlreiche Vertreter von Regionalinitiativen aus der Regional- sowie Biobranche, Verwaltungsbehörden, Consulting-Agenturen sowie aus Handel, Landwirtschaft und Handwerk aus dem gesamten Bundesgebiet zusammentrafen. Neben der Vorstellung dreier erfolgreicher Vermarktungskonzepte, deren Erfolgsfaktoren und Probleme durch Peter Schmidt (Bergisch Pur, NRW), Dr. Rainer Lauf (SooNahe, RLP) und Nikolaus von Doderer (Unser Land, Bayern) diente die Tagung der bundesweiten Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch zwischen den Initiativen.

Fehlende rechtliche Bestimmungen gefährden die Glaubwürdigkeit regionaler Produkte

Das Hauptaugenmerkt der Veranstaltung lag auf der Erarbeitung von Strategien zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von Regionalvermarktungsinitiativen in Deutschland. Zwar genießen Produkte aus kleinstrukturierter, regionaler Erzeugung gerade aufgrund wiederkehrender Lebensmittelskandale meist großer Industrieproduzenten eine hohe Wertschätzung, jedoch tummeln sich immer mehr schwarze Schafe im „Regional-Sektor“, die den Begriff „regional“ inflationär, missverständlich und teilweise zu Unrecht verwenden. Nicole Weik vom Bundesverband der Regionalbewegung bemängelt, dass auf staatlicher Seite keinerlei gesetzliche Bestimmungen existieren die vorgeben, was unter einem Regionalprodukt zu verstehen ist. „Viele Industrieerzeugnisse großer Hersteller werden als Produkte aus der Region angepriesen und suggerieren dem Verbraucher Heimatver-bundenheit und Sicherheit, obwohl es sich nicht selten um weitgereiste Waren zum Teil sogar aus außereuropäischer Erzeugung handelt.“ Diese Verbrauchertäuschung durch so genannte Mogelpackungen zieht ohne rechtliche Rahmenbedingungen Verunsicherung der Verbraucher und den Verlust der Glaubwürdigkeit auch von ehrlich arbeitenden regionalen Erzeugern und Initiativen nach sich. Ein wichtiges Instrument zum Schutz regionaler Strukturen stellt ein Regionalsiegel mit festen Richtlinien und Kriterien dar.

Glaubwürdige Strukturen schützen

„Regionalität ist ein zartes Pflänzchen, welches zum Schutz seiner Glaubwürdigkeit eine eindeutige Kennzeichnung benötigt“, so der 1. Vorsitzende des Bundesverbandes der Regionalbewegung, Heiner Sindel in Fulda. „Ein Regionalsiegel soll die Glaubwürdigkeit ehrlich regional wirtschaftender Vermarktungsinitiativen durch die Vergabe einer Art „Regional-TÜVs“ bestätigen und keine Dachmarke darstellen oder bestehende Ländersiegel ersetzen.“ So können regionale Produkte an Glaubwürdigkeit gewinnen und die Verbraucher sowie auch die zahlreichen ehrlich arbeitenden Regionalvermarktungsinitiativen geschützt werden.

Forum für Regionalvermarktungsinitiativen

Der Bundesverband der Regionalbewegung möchte den Regionalvermarktungsinitiativen auch in Zukunft ein Forum zum Erfahrungsaustausch und zur Netzwerkbildung bieten und wird in regelmäßigen Abständen weitere Bundestreffen für regionale Vermarktungsinitiativen durchführen, was seitens der Teilnehmer sehr begrüßt wurde. Auch die Planungen zum Regionalsiegel werden im Rahmen dieser Treffen forciert. Weiterhin wurde von den Tagungssteilnehmern die Gründung eines „Arbeitskreises Regionalsiegel“ beschlossen, in welchem Fachleute aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Vermarktung und Handel die weiteren Maßnahmen und Kriterien zur Einführung eines Regionalsiegels für Vermarktungsinitiativen erarbeiten.

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