Fränkische Schweine für Nürnberger Bratwürste

Mehr als 1,5 Milliarden Nürnberger Bratwürste werden jedes Jahr in Nürnberg produziert. In der Region sowieso fast schon ein heiliges Nationalgericht, wird die Wurst mit der traditionellen Majoran-Gewürzmischung auf der ganzen Welt gerne gegessen, ist somit kulinarischer Botschafter einer ganzen Region und das größte Aushängeschild der Stadt. Und das, obwohl sie kaum fränkisches Schweinefleisch beinhaltet. Der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. (BRB) kritisiert die derzeitige Einkaufspolitik der Produzenten und informiert über die Potenziale eines regionalen Rohstoffeinsatzes.


Seit 2003 genießt die Nürnberger Rostbratwurst den Herkunftsschutz einer geographisch geschützten Angabe (g.g.A.). Obwohl die Würste daher nur nach spezieller Rezeptur innerhalb der Stadtgrenzen produziert werden dürfen, gibt es keine Regelungen dafür, woher die verwendeten Rohstoffe stammen müssen. So kommt es, dass wöchentlich mehrere Tausend Tonnen Schweinefleisch auf langen klimaschädlichen Wegen, vorwiegend aus Norddeutschland, Dänemark und Polen, in die Nürnberger Fabriken transportiert werden.


Auf der heutigen Pressekonferenz des BRB in Kooperation mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV) und dem Metzgerschlachthof Fürth auf dem Schweinemastbetrieb von Peter Hecht in Wernsbach-Weihenzell, plädierte der BRB für die verstärkte Einbindung regionaler Betriebe. „Fränkisches Schweinefleisch in Nürnberger Bratwürsten fördert regionale Wirtschaftskreisläufe, schafft Arbeitsplätze im Handwerk, schützt das Klima und sichert nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit des Produktes“, so der 1. Vorsitzende des BRB, Heiner Sindel. Günther Felßner und Rudolf Fähnlein vom BBV erklärten, dass regionale Produkte Konjunktur haben und die Nürnberger Bratwurst aus fränkischen Schweinen zu einem „rundum glaubwürdigen regionalen Produkt“ werden könnte. Mit knapp 700.000 Mastplätzen in Ober-, Unter- und Mittelfranken und einer Jahreserzeugung von über 1,7 Millionen Schweinen könne auch das Argument entkräftet werden, dass die Kapazitäten hier nicht ausreichen würden.

Vor dem Hintergrund der derzeit in Brüssel diskutierten Verschärfung der europäischen Rechtsvorschriften zum Geoschutz kann dies einen wichtigen Fakt darstellen, da neben der Produktion in Zukunft auch die Zutaten aus der Region stammen sollen.

Konrad Ammon beschreitet diesen Weg schon lange. Der Geschäftsführer des Metzgerschlachthofes Fürth legt großen Wert auf das fränkische Handwerk und bezieht sein Schweinefleisch ausschließlich aus der Region wie von Peter Hecht aus Weihenzell. „In fränkische Würste gehören nun einmal fränkische Schweine, warum sonst hätten sie den Namen verdient?“ so Konrad Ammon und ließ alle Anwesenden echt fränkische Bratwürste probieren.

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